Vom Sekt. Oder, warum Prickler nicht gleich Prickler ist.

Zum Feste nur das Beste?

Sekt zu Silvester

 

Bei einigen Lebensmittel-Hökerern gibt es auch in diesem Jahr Sekt zu Silvester zum Sonderpreis. Für 2,91€ ist hier zum Beispiel ein Markensekt zu haben. Ich für meinen Teil werde da immer ein wenig skeptisch und möchte eigentlich nicht mit einem Sekt feiern oder diesen als Geschenk bekommen, der zum Preis von einem guten Fruchtsaft im Regal steht. In einem guten Sekt steckt dann doch etwas mehr. Wenn man sich einmal in Erinnerung ruft, dass in Deutschland eine Sektsteuer von 1,02€ pro Flasche an den Fiscus geht, dann fällt es schwer, an den Inhalt zu glauben und das ernstzunehmen. Die Sektsteuer hatte im Übrigen mal das Kaiserreich eingeführt, um seine Flottenrüstung zu finanzieren. Ältere erinnern sich auch bestimmt noch an die Deklaration als Marinesekt. Dann enthält die verkaufte Pulle nach aktuellem Stand auch noch 16% Mehrwertsteuer. Das entspricht bei der besagten Flasche Markensekt vom Discounter dann 0,40€. Ziehen wir die Sektsteuer und die Mehrwertsteuer vom Preis der Flasche ab, dann bleiben noch 1,49€ übrig. Davon sind dann noch die schwere Flasche, die dem entsprechenden Innendruck standhalten muss, das Etikett mit Halsschleife, die dekorative Kapsel, der Korken und die Agraffe vom Abfüller zu bezahlen. Bei der Argaffe handelt es sich um ein Geflecht aus Draht, dass den Korken mit dem Flaschenhals verbindet. In Italien wird hierzu auch gerne eine kunstvolle Kordelverschnürung verwendet. Der Sinn der Agraffe ist es, ein unkontrolliertes Herausschiessen des Korkens durch den hohen Flascheninnendruck zu verhindern. Da kommen also noch einige Kosten auf den Abfüller zu, bevor der Inhalt in die Flasche kommt. Dann müssen auch noch Transportkosten und das Versekten in der Kellerei einkalkuliert werden. Am Ende bleibt dann für die Qualität des Grundweins und den guten Geschmack kein großes Budget übrig. Auch wenn man hier bei großen Mengen den Preis für den Grundwein, zum Beispiel aus Spanien, drücken kann. So muss man doch eigentlich einen fairen Preis einplanen, um die Arbeit, die im Wein steckt, zu honorieren und nicht Gefahr zu laufen, am Ende Räuberbrause abzufüllen. Bei der ganzen Rechnerei haben wir dann ganz vergessen, dass noch eine Marge für die Kellerei und den Händler/Discounter eingeplant werden muss. Die können und werden ja auch nicht umsonst agieren. Es steht am Ende aber zu befürchten, dass sich die Einkäufer für den Preis beim Grundwein ganz schön strecken und dass die Weinerzeuger bei der Vergütung für ihre Arbeit in so manchen sauren Apfel beißen müssen. Ob es dann, wie es die vollmundige Beschreibung für den Markensekt verheißt, für ein feinperlendes Moisseau, aromatischen Genuss, spritzigen und angenehmen Geschmack bei einem spritzig elegantem Charakter reicht, beantwortet nur die Verkostung und der eigene Anspruch an einen Prickler aus der Flasche.

Auch wenn es der Einkauf schafft, den Preis für den Grundwein stark zu drücken, kommt am Ende die Frage auf: Wer bleibt auf der Strecke? Der Winzer oder Weinerzeuger, der seinen Wein oder Lesegut verramschen muss oder die Qualität. Wenn dann der Preis für eine Sekteigenmarke beim gleichen Discounter noch mal auf 2,70€ für die Flasche Sekt abstürzt, gibt es wohl nicht mehr allzu viel zu feiern. Gelegentlich sind hier auch schon Kampfpreise von 2,49€ ins Rennen geschickt worden. Ich denke, um etwas Anständiges im Glas zu haben, sollte man schon mal 5,00€ für eine Flasche Sekt einplanen, denn am Ende steckt da eine Menge an Arbeit drin und jeder darf den Anspruch haben, dass seine Arbeit gut honoriert wird. Außerdem ist ja, bei allem nötigen Respekt und Sparzwängen, auch nur ein Mal im Jahr Silvester.

 

Kuddel Daddeldu

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